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Der weibliche Menstruationszyklus

 
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Leila
Verhüterli


Geschlecht: w
Anmeldungsdatum: 07.05.2006
Beiträge: 1809
Wohnort: Ba-Wü

BeitragVerfasst am: 06.08.2007 - 23:41    Titel: Der weibliche Menstruationszyklus Antworten mit Zitat

Anlässlich der neuen Einteilung des Forums habe ich mal einen Beitrag darüber verfasst, wie eigentlich überhaupt der weibliche Zyklus so funktioniert. Ich war irgendwie der Meinung, dass dieser Aspekt in unserem tollen Verhütungsforum noch irgendwie "fehlt".

Also, ich hoffe er ist noch halbwegs zu verstehen, bei Fragen könnt ihr euch ja bei mir melden Wink.


Der weibliche Menstruationszyklus

Als erstes: Welche Organe sind wesentlich beteiligt?

1. Hypothalamus (oberste Schalt- und Regulationszentrale im Gehirn)
2. Hypophyse (d.h. Hirnanhangsdrüse, „ausführendes Organ“ der Befehle des Hypothalamus)
3. Eierstöcke (schütten als Folge der Hormonstimulation durch die Hypophysenhormone selbst die „eigentlichen“ Geschlechtshormone aus)
(4. Nebennierenrinde: die „Testosteronfabrik“ der Frau)

Zu Beginn eines Menstruationszyklus kommt es zur Ausschüttung von GnRH (d.h. Gonadotropin Releasing Hormone, zu deutsch: Gonanden (d.h. Geschlechtsorgane) stimulierendes Hormon) im Hypothalamus. Als Folge dieser Ausschüttung werden dann in der Hypophyse die beiden Hormone FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) in die Blutbahn abgegeben. Im Eierstock wird daraufhin eine Gruppe von Primärfollikeln rekrutiert (schon bei der Geburt sind alle Eizellen als Primoridalfollikel angelegt, allerdings gehen 99% davon im Laufe des Lebens „ungenutzt“ zu Grunde), die sich weiter zu Sekundär- und Tertiärfollikeln entwickeln. Dann beginnt quasi ein „Kampf“, welcher der Follikel der „beste“ ist. Der Follikel mit den meisten FSH-Rezeptoren entwickelt sich am schnellsten, sodass im Normalfall nur er zum sogenannten Graaf-Follikel wird. (Dieser ist sehr groß und tritt am Eierstock als Ausbeulung in Erscheinung, die der umherwandernde Eileiter erkennt und dort dann ansetzt).
Um den Tertiärfollikel bildet sich eine spezielle Zellschicht aus, die „Theka interna“, die unter LH-Einfluss Androstendion (ein männliches Geschlechtshormon) bildet. Dieses Androstendion wird in spezielle Zellen des Follikels aufgenommen und dort durch FSH-Einfluss in Östrogene umgewandelt. Aufgrund dieses Zusammenhangs erfolgt zeitverzögert nach dem LH-Peak ein starker Konzentrationsanstieg des Östrogens.
Wenn LH/FSH/Östrogen in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen (nähere Details sind noch nicht völlig geklärt), kommt es zum Eisprung. Damit nicht ständig weitere Eizellen heranreifen (Mehrfachbefruchtungen) kommt es durch den hohen Östrogenspiegel und das Hormon „follikuläres Inhibin“, das der dominante Follikel produziert, zu einem Rückgang der GnRH-Produktion im Hypthalamus, was zum Rückgang des FSH in der Hypophyse und somit zu einer verminderten Follikelreifung führt.

Dieses Prinzip wird von hormonellen Kontrazeptiva ausgenutzt, durch die Zufuhr von Östrogenen und Gestagenen wird die GnRH-Produktion im Hypothalamus gedrosselt (mit oben beschriebenen Folgen).

Nachdem die Eizelle „gesprungen“ ist, kommt es zur Einblutung in den übrig geblieben Follikel („Corpus rubrum“). Das Blut gerinnt anschließend, wandelt sich in Bindegewebe um. Die äußere Zellschicht (Granulosazellen) wachsen unter LH-Einfluss (hoher Spiegel durch LH-Peak) schnell heran und lagern Fette und Lutein (gelbes Protein, daher der Name „Gelbkörper“ bzw. Corpus luteum) ein. Der Gelbkörper produziert Östrogene, LH und vor allem Progesteron, das die Körpertemperatur erhöht, die Gebärmutterschleimhaut (zusammen mit dem Östrogen) auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet und Kontraktionen der Gebärmutter verhindert, sodass die Schleimhaut nicht abgestoßen wird. Ohne befruchtete Eizelle geht der Corpus luteum menstruationis nach ca. 14 Tagen (Angaben schwanken hier je nach Lehrbuch erheblich *g*) ein. Dadurch kommt es zum Abfall von Östrogen und v.a. Progesteron und zum Rückgang der LH-Produktion. Durch diesen Hormonabfall wird die Menstruationsblutung ausgelöst, der oberste Teil der Schleimhaut wird abgestoßen.
Dadurch dass nun die Hormonproduktion stark abgesunken ist, kommt es im Hypothalamus zum Anstieg der GnRH-Produktion, ein neuer Zyklus beginnt (d.h. rein funktionell betrachtet gehört die Blutung noch zum alten Zyklus, aber da deren Ende ja schwierig abzugrenzen ist, betrachtet man den ersten Blutung als 1. Tag des neuen Zyklus).
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Lune
Wohnt hier


Geschlecht: w
Anmeldungsdatum: 15.01.2006
Beiträge: 3708

BeitragVerfasst am: 07.08.2007 - 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Oh je, so viele Hormone- hast du das auswendig gewusst oder musstest du spickeln? Wink
Was ich sehr lustig finde, fürher dachte ich eben auch, dass nach der Mens mein Zyklus anfängt, vielleicht hatte ich das gar nicht falsch verstanden, sondern richtig gehört und falsch angewendet, kopfkratz
_________________
Der Lohn für Anpassung ist, daß alle dich mögen außer dir selbst. -Rita Mae Brown
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Leila
Verhüterli


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Anmeldungsdatum: 07.05.2006
Beiträge: 1809
Wohnort: Ba-Wü

BeitragVerfasst am: 08.08.2007 - 00:28    Titel: Antworten mit Zitat

Nee, spickeln musste ich eigentlich nur beim Wort Androstendion (ich wusste nur noch dass es ein männliches Geschlechtshormon war, aber nicht mehr den genauen Namen Wink)
Wegen der vielen Hormone: Ich denke man kann die ganze Sache auch noch genauer betrachten, dann lassen sich noch einige mehr finden.

Ach ja, das mit der Sache, dass der neue Zyklus erst nach der Mens anfängt ist wirklich so, aber da das praktisch ja nicht anwendbar ist, hat man sich einfach auf die Definition 1. Blutungstag = 1. Tag des neuen Zyklus geeinigt.
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beli
Moderatorin


Anmeldungsdatum: 14.01.2006
Beiträge: 6308

BeitragVerfasst am: 08.08.2007 - 00:29    Titel: Antworten mit Zitat

Leila hat Folgendes geschrieben:
Ach ja, das mit der Sache, dass der neue Zyklus erst nach der Mens anfängt ist wirklich so, aber da das praktisch ja nicht anwendbar ist, hat man sich einfach auf die Definition 1. Blutungstag = 1. Tag des neuen Zyklus geeinigt.


weil die schleimhaut im "alten zyklus" aufgebaut wurde und das abbluten eig. noch da dazu gehört?
_________________
lieber Gruss von beli
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Leila
Verhüterli


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Anmeldungsdatum: 07.05.2006
Beiträge: 1809
Wohnort: Ba-Wü

BeitragVerfasst am: 08.08.2007 - 00:31    Titel: Antworten mit Zitat

beli hat Folgendes geschrieben:
weil die schleimhaut im "alten zyklus" aufgebaut wurde und das abbluten eig. noch da dazu gehört?

Ja, genau so ist es!
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beli
Moderatorin


Anmeldungsdatum: 14.01.2006
Beiträge: 6308

BeitragVerfasst am: 08.08.2007 - 00:34    Titel: Antworten mit Zitat

Very Happy Laughing
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lieber Gruss von beli
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dieSanfte
Verhüterli


Geschlecht: feminin
Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 1970

BeitragVerfasst am: 15.05.2008 - 01:41    Titel: Antworten mit Zitat

Leila hat Folgendes geschrieben:
Ach ja, das mit der Sache, dass der neue Zyklus erst nach der Mens anfängt ist wirklich so, aber da das praktisch ja nicht anwendbar ist, hat man sich einfach auf die Definition 1. Blutungstag = 1. Tag des neuen Zyklus geeinigt.

Warum eigentlich? Weil viele Frauen nach der Mens noch einige Tage lang Schmierblutungen haben und es deshalb schwieriger ist, den ersten Zyklustag zu definieren?
_________________
STM 2.8 final 05

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(silicon is unfair but the snake doesn't care)
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