Anlässlich der neuen Einteilung des Forums habe ich mal einen Beitrag darüber verfasst, wie eigentlich überhaupt der weibliche Zyklus so funktioniert. Ich war irgendwie der Meinung, dass dieser Aspekt in unserem tollen Verhütungsforum noch irgendwie "fehlt".
Also, ich hoffe er ist noch halbwegs zu verstehen, bei Fragen könnt ihr euch ja bei mir melden Der weibliche Menstruationszyklus Als erstes: Welche Organe sind wesentlich beteiligt? 1. Hypothalamus (oberste Schalt- und Regulationszentrale im Gehirn) 2. Hypophyse (d.h. Hirnanhangsdrüse, „ausführendes Organ“ der Befehle des Hypothalamus) 3. Eierstöcke (schütten als Folge der Hormonstimulation durch die Hypophysenhormone selbst die „eigentlichen“ Geschlechtshormone aus) (4. Nebennierenrinde: die „Testosteronfabrik“ der Frau) Zu Beginn eines Menstruationszyklus kommt es zur Ausschüttung von GnRH (d.h. Gonadotropin Releasing Hormone, zu deutsch: Gonanden (d.h. Geschlechtsorgane) stimulierendes Hormon) im Hypothalamus. Als Folge dieser Ausschüttung werden dann in der Hypophyse die beiden Hormone FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) in die Blutbahn abgegeben. Im Eierstock wird daraufhin eine Gruppe von Primärfollikeln rekrutiert (schon bei der Geburt sind alle Eizellen als Primoridalfollikel angelegt, allerdings gehen 99% davon im Laufe des Lebens „ungenutzt“ zu Grunde), die sich weiter zu Sekundär- und Tertiärfollikeln entwickeln. Dann beginnt quasi ein „Kampf“, welcher der Follikel der „beste“ ist. Der Follikel mit den meisten FSH-Rezeptoren entwickelt sich am schnellsten, sodass im Normalfall nur er zum sogenannten Graaf-Follikel wird. (Dieser ist sehr groß und tritt am Eierstock als Ausbeulung in Erscheinung, die der umherwandernde Eileiter erkennt und dort dann ansetzt). Um den Tertiärfollikel bildet sich eine spezielle Zellschicht aus, die „Theka interna“, die unter LH-Einfluss Androstendion (ein männliches Geschlechtshormon) bildet. Dieses Androstendion wird in spezielle Zellen des Follikels aufgenommen und dort durch FSH-Einfluss in Östrogene umgewandelt. Aufgrund dieses Zusammenhangs erfolgt zeitverzögert nach dem LH-Peak ein starker Konzentrationsanstieg des Östrogens. Wenn LH/FSH/Östrogen in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen (nähere Details sind noch nicht völlig geklärt), kommt es zum Eisprung. Damit nicht ständig weitere Eizellen heranreifen (Mehrfachbefruchtungen) kommt es durch den hohen Östrogenspiegel und das Hormon „follikuläres Inhibin“, das der dominante Follikel produziert, zu einem Rückgang der GnRH-Produktion im Hypthalamus, was zum Rückgang des FSH in der Hypophyse und somit zu einer verminderten Follikelreifung führt. Dieses Prinzip wird von hormonellen Kontrazeptiva ausgenutzt, durch die Zufuhr von Östrogenen und Gestagenen wird die GnRH-Produktion im Hypothalamus gedrosselt (mit oben beschriebenen Folgen). Nachdem die Eizelle „gesprungen“ ist, kommt es zur Einblutung in den übrig geblieben Follikel („Corpus rubrum“). Das Blut gerinnt anschließend, wandelt sich in Bindegewebe um. Die äußere Zellschicht (Granulosazellen) wachsen unter LH-Einfluss (hoher Spiegel durch LH-Peak) schnell heran und lagern Fette und Lutein (gelbes Protein, daher der Name „Gelbkörper“ bzw. Corpus luteum) ein. Der Gelbkörper produziert Östrogene, LH und vor allem Progesteron, das die Körpertemperatur erhöht, die Gebärmutterschleimhaut (zusammen mit dem Östrogen) auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet und Kontraktionen der Gebärmutter verhindert, sodass die Schleimhaut nicht abgestoßen wird. Ohne befruchtete Eizelle geht der Corpus luteum menstruationis nach ca. 14 Tagen (Angaben schwanken hier je nach Lehrbuch erheblich *g*) ein. Dadurch kommt es zum Abfall von Östrogen und v.a. Progesteron und zum Rückgang der LH-Produktion. Durch diesen Hormonabfall wird die Menstruationsblutung ausgelöst, der oberste Teil der Schleimhaut wird abgestoßen. Dadurch dass nun die Hormonproduktion stark abgesunken ist, kommt es im Hypothalamus zum Anstieg der GnRH-Produktion, ein neuer Zyklus beginnt (d.h. rein funktionell betrachtet gehört die Blutung noch zum alten Zyklus, aber da deren Ende ja schwierig abzugrenzen ist, betrachtet man den ersten Blutung als 1. Tag des neuen Zyklus). |
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