Wirkungsweise der "Pille"
Mit dem Wort "Pille" ist meistens eine einphasige Mikropille, die Östrogene und Gestagene enhält, gemeint. Der Name stammt daher, dass diese Pillen im Vergleich zu früheren einen niedrigeren (gr. mikro bedeutet klein) Östrogengehalt haben (<0,05mg). Doch wie wirkt die Pille eigentlich empfängnisverhütend? Im Wesentlichen sind dafür 3 Mechanismen verantwortlich: 1. Der Eisprung wird unterdrückt. 2. Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird gehemmt, sodass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann. 3. Der Schleim im Gebärmutterhalskanal verdickt sich, sodass die Spermien ihn nur schwer passieren können. Und wie funktioniert das genau? Zum einen sorgen die enthaltenen Hormone (vor allem das Östrogen) dafür, dass im Gehirn die beiden Hormone (LH und FSH), die für die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken verantwortlich sind, nur noch vermindert produziert werden. Diesen Wirkmechanismus hat man sich von der Natur abgeschaut, wo dieser Effekt nach jedem Eisprung auch auftritt: Die Hormone, die nach einem Eisprung produziert werden, verhindern, dass noch mehr Eizellen gebildet werden und springen. Denn sonst gäbe es nicht nur 1 Kind pro Zyklus. Das alles hat zur Folge, dass in der Regel unter der Pilleneinnahme kein Eisprung stattfindet. Zum anderen sorgt vor allem das enthaltene Gestagen in der Pille dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht so stark aufgebaut wird und dass sich der Schleimpropf im Gebärmutterhalskanal verdickt. Das bewirkt, dass auch wenn es einmal zu einem Eisprung gekommen sein sollte, die Spermien nur schwer zum Ei gelangen und selbst wenn sie es befruchten, kann es sich nur schwer einnisten. Wenn mit der Einnahme der Pille am ersten Zyklustag (=erster Tag der Blutung) begonnen wird, schützt sie ab dem ersten Tag vor einer Schwangerschaft. Wenn das nicht der Fall ist und mitten im Zyklus begonnen wird, bedeutet das, dass erst einmal ein gewisses Hormonlevel aufgebaut werden muss, bevor der Eisprung sicher unterdrückt werden kann. (Am 1. Zyklustag ist das nicht nötig, da die Stimulationshormone noch sehr niedrig sind und schnell unterdrückt werden können). Nach 7 korrekt eingenommen Pillen ist man nach den aktuellen Wochenregeln, die inzwischen von den meisten Pillenherstellern in der Packungsbeilage übernommen worden sind, zuverlässig geschützt. Nach weiteren 7 Tagen (also 14 insgesamt ) ist das Hormonlevel so hoch, dass eine geschützte Pause gemacht werden kann, ohne dass es in der Zwischenzeit zu einem Eisprung kommt. Neben der klassischen Mikropille gibt es auch noch die sogenannte n Mehrphasen/Mehrstufenpillen. Diese enthalten innerhalb eines Blisteres Pillen mit unterschiedlichen Östrogen bzw. Gestagen-Dosierungen. Diese Pillen werden als Alternative eingesetzt, wenn z.B. unter einer Mikropille Zwischenblutungen auftreten. Die Sicherheit entspricht denen der Mikropillen. Weiterhin gibt es da noch die "Minipillen". Diese enthalten nur Gestagene und verhindern den Eisprung nicht bzw. nur unzuverlässig. Ihre Wirkung beruht auf der Verdickung des Schleims im Gebärmutterhalskanal. Das führt dazu, dass die Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen und so auch kein Ei befruchten können. Allerdings ist die Sicherheit der klassischen Minipillen auch geringer als die der Micropillen, da sie nur auf einem "Standbein" beruht. Eine Ausnahme hierzu stellt die "Cerazette" dar. Dies ist auch eine Minipille, die nur ein Gestagen enthält. Im Gegensatz zu den klassischen Minipillen unterdrückt dieses allerdings ebenfalls den Eisprung, wodurch die gleiche Sicherheit wie bei Micropillen erreicht wird. |
||||