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Notfallverhütung
Vorweg: Bei der Notfallverhütung handelt es sich NICHT um eine Verhütungsmethode, wie ihr Name sagt, wird sie im Notfall, sprich nicht-regelmässig, angewendet, wenn andere Methoden versagt haben.

Pille danach:

Die Pille danach (kurz PD) ist ein hochdosiertes Hormonpräparat. Es gibt mittlerweile verschiedene Sorten auch bei der Pille danach. Dazu gehören sowohl Monopräparate mit dem Inhaltsstoff Levonorgestrel (Gestagen) als auch ein neues Präparat mit dem Inhaltsstoff Ulipristalacetat, einem selektiven Progesteronrezeptormodulator (SPRM), der dosisabhängig die Ovulation unterdrückt bzw. hinausschiebt.

Anders als Levonorgestrel ist Ulipristalacetat im Sinne der Schwangerschaftsverhütung auch noch nach bereits erfolgtem Eisprung wirksam. Daher besitzt diese neue Form der „Pille danach“ ein größeres Zeitfenster als die bisherigen Präparate: sie ist während eines Zeitraumes von 5 Tagen nach ungeschütztem Verkehr in gleichbleibender Weise wirksam.
Generell gibt und gab es über die Wirkungsweise der Pille danach sehr unterschiedliche Theorien. Offenbar hat sich durch den Einsatz des neuen Wirkstoffes aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Pille danach eine Schwangerschaft verhindert, verbessert:

Quote:
Bei 1.241 Frauen wurden nach Ulipristalacetat 46 Schwangerschaften beobachtet, die Schwangerschaftsrate betrug demnach 2,1 Prozent, wohingegen ohne „Pille danach“ eine Schwangerschaftsrate von 5,5 Prozent (= 69 Schwangerschaften) zu erwarten gewesen wäre. Gesamt gesehen wurde bei Medikation innerhalb von fünf Tagen nach ungeschütztem Verkehr 62,3 Prozent der Schwangerschaften verhindert, wobei die Effektivität innerhalb dieses Zeitfensters nicht abnahm. Die Studie zeigte also, dass die Medikation mit 30mg Ulipristalacetat zum Zwecke der Notfallkontrazeption bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Verkehr effektiv ist. Dieser Umstand ist durchaus von Bedeutung, da entsprechend Daten der WHO eine von 10 Frauen das Medikament erst nach einem Zeitfenster von mehr als drei Tagen nach ungeschütztem Verkehr einnimmt. Auch in vorliegender Studie war dies bei fast 50 Prozent der Probandinnen der Fall.Quelle


Die Pille danach ist keine Abtreibungspille. Abtreiben kann man ein Fötus erst, wenn er sich eingenistet hat - das geschieht rund eine Woche nach der Befruchtung. Wenn sich die befruchtete Eizelle bereits in der Gebärmutter eingenistet hat, ist die PD wirkungslos. Sie schadet der Zygote also nicht. Aber wenn schon länger eine Schwangerschaft besteht, sollte man keine PD mehr nehmen! Im Zweifel wäre vielleicht ein Schwangerschaftstest vor der Einnahme empfehlenswert?:

Quote:
Besteht zum Zeitpunkt der Anwendung eine Schwangerschaft bereits seit einigen Wochen, so kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich bei weiblichen ungeborenen Kindern Merkmale von Vermännlichung bilden. Quelle


Jede Stunde zählt!
Grundsätzlich gilt: damit die Pille-Danach wirkt, muss sie so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden, jedoch spätestens 72 Stunden danach. Der Pearl-Index schwankt entsprechend zwischen 2-25 Quelle Dank des neuen Präparats mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat muss man zwar scheinbar nicht mehr ganz so schnell reagieren, aber nicht desto trotz sollte man keine Zeit verlieren: es ist ja nie gesagt, welche Art der Pille danach mal beim Notfallarzt verschrieben bekommt!

Quote:
Die "Pille danach" verhindert mit hoher Wahrscheinlichkeit eine mögliche Schwangerschaft. Je mehr Zeit seit dem Geschlechtsverkehr vergangen ist, desto mehr nimmt jedoch ihre Wirksamkeit ab. Sie beträgt 95 Prozent bei Einnahme innerhalb von 24 Stunden, 85 Prozent innerhalb von 24 bis 48 Stunden und 58 Prozent innerhalb von 48 bis 72 Stunden. Bei dem Wirkstoff Ulipristal beträgt sie in der Zeitspanne von 48 bis 120 Stunden noch etwa 60 Prozent.(Quelle
Quote:

Nebenwirkungen
Quote:
Als Nebenwirkungen sind Übelkeit (ca. 23 Prozent der Frauen) und Erbrechen (bei circa sechs Prozent) bekannt. Seltener sind Kopfschmerzen, Schwindel, Brustspannen, Blutungsstörungen [Schmier-/Zwischenblutungen, Unregelmässigkeit im weiteren Zyklusverlauf] und Müdigkeit Quelle


Bei Erbrechen unmittelbar nach der Einnahme (2h) muss in jedem Fall eine neue PD eingenommen werden. [/u]Um Übelkeit vorzubeugen, sollte die PD nicht auf leeren Magen eingenommen werden[/u].

Medis: Wie bei der normalen Pille, kann auch die Pille danach durch einige Medikamente abgeschwächt werden Quelle => Unbedingt erwähnen, was Ihr für Medis nehmt, wenn Ihr Euch die PD geben lässt!

Wie wende ich die PD an?
Die "alte" Pille danach (Monopräparat) besteht aus zwei Pillen. Die erste Dosis wird so rasch wie möglich eingenommen, die zweite Dosis soll frühestens 12 Stunden und spätestens 24 Stunden nach der ersten Dosis eingenommen werden. Profamilia schreibt, man könne auch beide zusammen einnehmen, um die Vergess-Rate zu minimieren. Mein Tipp: Handy piepsen lassen!

Die neuere Generation der PD besteht nur noch aus einer Pille, enthält dafür die doppelte Hormonmenge.

Auch das neue Kombinationspräparat besteht nur aus einer Pille. Sie kann jederzeit eingenommen werden. Sollte es binnen drei Stunden nach Einnahme zu Erbrechen kommen, sollte man eine weitere Tablette einnehmen. Quelle

Wo bekomme ich die Pille-Danach?
In Deutschland ist die PD verschreibungspflichtig, das Rezept bekommt man beim Gyn, Notfallarzt/ärztin oder im Krankenhaus.

In anderen Ländern, zum Beispiel in der Schweiz bekommt man die PD in jeder Apotheke, Notfallapotheke, Nachtapotheke. Die offizielle Order disbezüglich fordert, dass ein Formular ausgefüllt wird, in der Regel findet jedoch ein kurzes Gespräch mit dem/der ApothkerIn statt. Es geht dabei in erster Line darum zu verhindern, dass die PD als Verhütungsmittel missbraucht wird.


Kosten: 16-18EUR (wird in D bis 20 von der KK übernommen)


Selbstgebastelte PD mittels normaler Pille:

Die PD ist im Prinzip nichts anderes als eine normale Pille mit sehr hoher Dosis. Entsprechend kann man sich eine Pille-Danach auch "selber basteln". Hierfür eignen sich jedoch nicht alle Pillen <img src="images/smiles/icon_exclaim.gif" alt="Exclamation" border="0" /> Eine Liste über die infragekommenden Präparate (für Präparate, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältzlich sind) gibt es auf dieser Seite: <klick>.

Wichtig ist die jeweilige Dosierung/Einnahmevorschriften der Präparate zu beachten, die kann sich im Einzelfall stark unterscheiden! Teilweise müssen insgesamt 50 Pillen eingenommen werden..

Für die Notfallverhütung mit der normalen Pille gilt das Gleiche wir für die PD: Sie muss so schnell wie möglich erfolgen - je nachdem mit welcher Pille man sich die PD bastelt, werden unterschiedliche Zeiten angegeben. Das "Selberbasteln" hat hier den entscheidenden Vorteil, dass man sich nicht erst an eine/n Gyn wenden muss oder ins Krankenhaus fahren, besonders am Wochenende ist dies ein zusätzlicher Zeit- und Stressfaktor. Dennoch sollte das Ganze nicht dazu verleiten, leichtsinnig Notfallverhütung zu betreiben. Denn auch hier wird frau mit erheblichen Nebenwirkungen konfrontiert. Es ist und bleibt eine Überdosis, im Notfall völlig okay und gerechtfertigt, aber nicht alltagstauglich.

Spirale-Danach:

Ist es für die PD zu spät, kann die Spirale-Danach in Betracht gezogen werden. Diese kann bis zu 5 Tage nach dem ungeschützten Verkehr angewendet werden. Die Sicherheit beträgt dabei laut Profamilia 99% und ist damit um einiges sicherer als die PD! Es handelt sich dabei um eine gewöhnliche Kupferspirale (Gynefix würde auch gehen, ist jedoch schwer auf die Schnelle jemand zu finden, der/die sich auskennt)

Vorteil hierbei ist, dass man gleich eine längerfristige Verhütung hat! Ist das nicht gewünscht, kann man sie frühzeitig wieder entfernen lassen, jedoch nicht vor der nächsten Periode.

Problem ist jedoch, dass die Spirale-Danach bei der Notfallverhütung nicht wie sonst üblich während der Periode eingesetzt wird, entsprechend kann das Einsetzen schmerzhaft sein.

Kosten: sehr unterschiedlich... von 80-200€ hab ich schon gelesen (wird in D bis 20 von der KK übernommen)


Text überarbeitet von Luthién am 10.11.2011
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