Unbeantwortete Themen | Aktive Themen
Gynefix (Kupferkette)
Die Gynefix ist in Deutschland noch relativ unbekannt, obwohl sie sich in anderen Ländern wie der Schweiz wachsender Beliebtheit erfreut. Die Unbekanntheit liegt daran, dass die Gynefix in Deutschland noch nicht verkauft/beworben wird, Zulassungsverfahren sind in der Regel sehr kostspielig. Das bedeutet letztlich, dass die Gynefix im Ausland bestellt werden muss - das ist jedoch kein Problem.



Die Gynefix besteht im Wesentlichen aus Kupferzylindern, die an einem losen Nylonfaden aufgereiht sind. Ein Ende von der Kette wird in der Gebärmutter fixiert. Ein grosser Vorteil der Kupferkette im Vergleich zur Kupferspirale ist die Form. Während die Kupferspirale eine T-Form hat, welche oft zu längeren, schmerzhaften Blutungen führen kann, treten bei der Gynefix höchstens am Anfang Schmierblutungen auf (muss aber nicht). Das liegt daran, dass sich die Gebärmutter während der Menstruation zusammenzeiht und damit gegen das T stossen kann, die Gynefix in Kettenform hingegen hängt lose in der Gebärmutter und wird beim Zusammenziehen während der Mens nicht als störend oder schmerzhaft empfunden.

Nebst der geringeren Nebenwirkungen der Gynefix im Vergleich zur Kupferspirale, bietet sie zudem eine höhere Sicherheit, ihr Pearlnindex liegt bei 0.1 - 0.3 ([url=http://www.nfp24.de/verhuetung/verhuetungfuereilige/index.html]Quelle[/url]), der Hersteller selber gibt sogar einen noch besseren PI an.

Es gibt zwei verschiedene Grössen, die Kleine mit 4 Kupferzylindern hat eine Wirkungsdauer von 3 Jahren, die Grosse mit 6 Kupferzylindern sogar 5 Jahre. Welche Grösse geeignet ist, ist abhängig von der Grösse der Gebärmutter.

Da die Gynefix aus Kupfer besteht, werden Kupferionen abgesondert, diese sind für die verhütende Wirkung verantwortlich. Hauptsächlich verhindern sie, dass sich Spermien ausreichend bewegen können, dadurch wird eine Befruchtung verhindert.

Zum andern verursachen die Kupferionen möglicherweise eine Art Entzündung in der Gebärmutter. Falls also ein "lahmes" Sperma mit viel Glück die Eizelle befruchten würde, könnte diese sich dennoch nicht einnisten und würde eingehen. Die Geschichte mit der Entzündung ist allerdings sehr umstritten, einige Quellen besagen, dass die Gynefix eben gerade keine Entzündung in der Gebärmutter hervorrufen würde. Diese Theorie besagt, dass in den Kupferspiralen das Kunststoffstäbchen für die Entzündung verantwortlich ist, doch genau dieses fehlt ja in der Gynefix. Anscheinend ist man sich hier noch uneinig oder der Sachverhalt ist noch nicht eindeutig bewiesen.



Die meisten Frauen fürchten sich vor möglichen Schmerzen beim Einsetzen. Ich habe mehrfach gelesen, dass das Verankern der Kette ansich schmerzfrei sein soll, wenn dies während der Menstruation gemacht wird - der Muttermund ist dann etwas weiter offen als sonst und muss weniger gedehnt werden. Zudem kann vor dem Einsetzen auch eine Tablette verabreicht werden, welche den Muttermund noch zusätzlich etwas erweitert. Trotzdem kann es in der Realität beim Einsetzten, oder fast noch eher beim Vermessen der Gebärmutter davor, zu Schmerzen kommen. Das Einsetzten selber dauert nur ein paar Minuten, damit ist auch der Schmerz ansich nur von kurzer Dauer. Schmerzmittel in Form von einer Spritze sollte man sich überlegen, da sie selbst sicher auch nicht schmerzfrei ist.

Wer sich trotzdem fürchtet bekommt mit Sicherheit eine Beruhigungstablette :wink:



Manche Frauen haben in den Stunden nach dem Einsetzten noch Schmerzen in Form von Bauchweh oder leiden unter Übelkeit. Dies sollte jedoch rasch verschwinden.



Grundsätzlich ist die Gynefix für alle Frauen geeignet, auch für junge Frauen und Frauen, die noch kein Kind geboren haben. Der Hersteller betont diesen Vorteil besonders, weil in der Vergangenheit Spiralen nur für Frauen empfohlen wurden, die bereits geboren haben.

Bei einer Kupferallergie liegt es auf der Hand, dass die Kupferkette nicht in Frage kommt. Schwierig ist es auch, wenn die Gebärmutter sehr klein ist und davon abgeraten wird bei Frauen mit Fehlbildungen der Gebärmutter oder Frauen, die eine Eileiterentzündung hatten.



Ebenfalls liest man im Zusammenhang mit Spiralen häufiger von erhöhter Infektionsgefahr, da die Kette eine Art Brücke zwischen Scheide und Gebärmutter bildet. Manche Quellen gehen davon aus, dass dieses Risiko bei der Gynefix nicht mehr so problematisch sei, jedoch gibt es wohl auch Studien, die nach wie vor ein erhöhtes Infektionsrisiko feststellen konnten (siehe u.a. [url=http://www.frauenaerztin-dr-schwarz.de/Publikationen/gynefix%20deutsch.pdf]hier[/url].



Wir möchten an dieser Stelle weder Panik betreiben noch blind auf den Hersteller vertrauen. Wichtig zu wissen ist, dass eine unbehandelte Infektion (z.B. durch Chlamydien) im Extremfall unfruchtbar machen kann. Vorsichtsmassnahmen sind insofern auf jeden fall ratsam. Vor dem Einsetzten sollte ein Abstrich gemacht und geschaut werden, ob pathogene Keime da sind. Wenn ja, müssen erst mal die bekämpft werden. Gynefix-Trägerinnen (und auch alle anderen Frauen mit einer Sprirale) sollten sich zudem regelmässig (alle 6 Monate) auf solche Infektionen untersuchen lassen.

Bei einem ungewöhnten Ziehen oder bei Schmerzen allgemein, bitte eine/n Gyn aufsuchen, da es sich um Anzeichen einer Infektion handeln könnte.

Weiter möchten wir betonen, dass die Gynefix nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt! Bei wechselnden Partnern ist daher der Gebrauch von Kondomen in jedem Fall angezeigt!



Ab 150EUR ist das Ganze zu haben, kann im Einzelfall jedoch auch deutlich mehr sein. => Kasse fragen, ob sie was zahlt! Bis 20 müsste sie eigentlich...



Die richtige Verankerung in der Gebärmutter ist sehr wichtig. Wer sich also überlegt, sich eine Gynefix-Kupferkette legen zu lassen, sollte darauf achten, dass der/die Arzt/Ärztin sich damit auskennt und Erfahrung hat (der Hersteller bietet Kurse an), ansonsten besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko die Kette zu verlieren bzw. die Gebärmutter kann bei dem Eingriff auch verletzt werden, wenn die Person à la "das pack ich schon, so schwer kanns nicht sein, ich hab mal eine Infobroschüre gelesen" argumentiert :shock:



Anmerkung von Susi: Heutzutage ist es überhaupt kein Problem mehr Frauen ein Spirale einzusetzen, ganz egal welche (also egal ob Kupferspirale, Hormonspirale oder Gynefix) erzählt auch der Arzt etwas anderes unbedingt wechseln, denn dann ist er noch von der alten Schule! Aber lasst es wirklich nur von jemandem machen, der/die viel Erfahrung hat, das Einsetzen der Gynefix ist nämlich schwieriger als das Einsetzen der Mirena oder Kupferspirale.

Unten findet Ihr eine Liste solcher Ärzte/Ärztinnen, es lohnt sich definitiv auch eine längere Fahrt auf sich zu nehmen, die Nachuntersuchung kann dann wieder der normale Gyn machen, aber das Einsetzten überlasst den Profis!





An diesem Artikel haben Susi und Ultraviolett mitgewirkt!




P.S. Susi hat sich selber eine Gynefix einsetzten lassen, wenn Ihr also konkrete Fragen habt, könnt Ihr diese gerne im Forenbereich stellen; ich bin mir sicher Eure Fragen können kompetent beantwortet werden (von Susi oder einer anderen Expertin auf dem Gebiet)!
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de