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Pille erhöht das Krebsrisiko angeblich nicht
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Luthién
Inventar


Geschlecht: w
Anmeldungsdatum: 15.01.2006
Beiträge: 4437
Wohnort: Anrath

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Puh, Leute, mir ist das hier zu doof, ehrlich. Ich hab keine Lust mehr auf diese Diskussion.

Übrigens teile ich Steffis Meinung, dass es mir relativ wurst ist, ob es eine Nebenwirkung oder die Folge einer Über- bzw. Unterdosierung ist, wenn's mir schlecht geht mit einem Medikament... ich nehm das ja schließlich, damit's mir besser geht, und nicht, um vom Regen in die Traufe zu kommen.

Zu den Spätschäden bin ich auch immer noch der Meinung, dass bei vielen Medikamenten die Studien dazu noch nicht so ausführlich gemacht bzw. veröffentlicht wurden wie bei der Pille, und dass man deswegen kein Urteil darüber fällen kann und sollte, ob bei anderen Medis solche Spätfolgen ausgeschlossen sind. Contergan fanden auch alle ganz toll, bis 9 Monate später die ersten missgebildeten Kinder auf die Welt kamen... Rolling Eyes
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gina1
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Geschlecht: weiblich
Anmeldungsdatum: 14.03.2006
Beiträge: 3797
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Thyroxin ist aber kein Medikament in dem Sinn. Es ist ein natürliches Hormon, dass dem Körper bei einer SD-Unterfunktion fehlt und einfach nur ersetzt wird.
Wie bei Insulinmangel. Wink
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Love from the past is just a memory, Love from the future is just a fantasy,
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flunserl
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Geschlecht: weiblich
Anmeldungsdatum: 22.01.2006
Beiträge: 3273
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Sanfte, was studierst du denn eigentlich? Pharmazie? Medizin?
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Steffi1983
Hohes Tier


Anmeldungsdatum: 15.01.2006
Beiträge: 5159

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

@gina
Ja das wissen wir mittlerweile. Dennoch kann die Pille mit Krebsrisiko das kleinere Übel sein. Nichts anderes hab ich gesagt.

Es geht drum was zu finden, was einem am besten tut, mit dem man am besten leben kann. Und manchmal ist das die Pille, manchmal sind andere Medikamente das kleinere Übel bei bestimmten Hormonstörungen wie z.B. PCOS.

Ob es nun Nebenwirkungend des Medikaments selber sind, die Tatsache, dass man ohne Pille mehrere Medikamente bräuchte, öfter zum Arzt müsste, mehrere Untersuchungen notwendig sind ist doch völlig egal. Es geht nur drum, was man selbst als den besten Weg empfindet.
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Diamond
Moderatorin


Geschlecht: w
Anmeldungsdatum: 14.01.2006
Beiträge: 7201

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Übrigens teile ich Steffis Meinung, dass es mir relativ wurst ist, ob es eine Nebenwirkung oder die Folge einer Über- bzw. Unterdosierung ist, wenn's mir schlecht geht mit einem Medikament... ich nehm das ja schließlich, damit's mir besser geht, und nicht, um vom Regen in die Traufe zu kommen.


Versteh ich jetzt nicht so richtig, vielleicht versteh ich's auch einfach nur falsch. Wenn man ne Unter- oder Überfunktion hat, muss man ja so oder so SD-Hormone nehmen und wenn man sie richtig dosiert einnimmt, gehts einem ja zwangsläufig gut bzw. die Beschwerden bleiben gleich oder werden anders, wenn die Dosierung nicht stimmt. Mit dem Medikament selbst hat das ja im Grunde nichts zu tun.



Zitat:
Zu den Spätschäden bin ich auch immer noch der Meinung, dass bei vielen Medikamenten die Studien dazu noch nicht so ausführlich gemacht bzw. veröffentlicht wurden wie bei der Pille, und dass man deswegen kein Urteil darüber fällen kann und sollte, ob bei anderen Medis solche Spätfolgen ausgeschlossen sind.


Ja, sehe ich auch so. Die Rechnung Pille = Nebenwirkungen = Spätschäden und andere Medis = Nebenwirkungen ungleich Spätschäden geht nicht auf. Auch andere Medis können Krebs begünstigen.
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Lieber Gruß, Diamond
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Steffi1983
Hohes Tier


Anmeldungsdatum: 15.01.2006
Beiträge: 5159

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

@Diamond
Die Aussage war nur, dass es einem wenn man unter Nebenwirkungen leidet ja erstmal fürs Befinden egal ist, ob man nun eine NW hat oder es nur an der falschen Dosierung liegt.

Ich weiß nicht, ob es was bringt bei Schilddrüsenproblemen die Pille zu nehmen, wenn nicht braucht man ja eh nicht hin und her überlegen. Aber bei Dingen wie PCOS kann man schon überlegen, mit wsa es einem besser geht.
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Diamond
Moderatorin


Geschlecht: w
Anmeldungsdatum: 14.01.2006
Beiträge: 7201

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Nee, soviel ich weiß, braucht man etwas mehr SD-Hormone, wenn man die Pille nimmt, also die ersetzt das auch nicht.
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Lieber Gruß, Diamond
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Leila
Verhüterli


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Anmeldungsdatum: 07.05.2006
Beiträge: 1809
Wohnort: Ba-Wü

BeitragVerfasst am: 17.09.2007 - 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich melde mich jetzt auch noch mal mit einem kleinen Beitrag zu Wort, um die Schilddrüsen-Missverständnisse aufzuklären:

Erst mal: Schildddrüsenhormone und Pille haben therapeutisch nichts miteinander zu tun. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist es etwas ungünstiger die Pille zu nehmen, da diese den Bedarf an Schilddrüsenhormonen erhöht.

Dann zur Wirkungsweise:

Die Schilddrüsenhormone an sich haben wie von derSanften ja auch schon geschrieben, eigentlich keine Nebenwirkungen, da es exakt die gleichen Hormone sind, die der Körper selbst produziert.

Im Gehirn prüft der Hypothalamus die Menge an zirkulierenden Schilddrüsenhormonen (Thyroxin und Trijodthyronin, wobei die beiden sich auch ineinander umwandeln können, letzteres hat eine stärkere Wirkung als ersteres). Je nach vorhandener Menge produziert er TRH (Thyreotropin-Releasing (d.h. stimulierend)-Hormone), das wiederum die Hypophyse dazu anregt TSH (Thyreoidea(-->Schilddrüse)-stimulierendes Hormon) zu bilden. Das TSH wiederum regt die Schilddrüse dazu an, die beiden Schilddrüsenhormone zu bilden. Das ist ein negativer Rückkoppelungskreislauf: Je niedriger die Menge an TSH, desto höher ist die Produktion der beiden Schilddrüsenhormone und umgekehrt.

Aufgrund dieser Tatsachen ist die Schilddrüse gerade bei einer beginnenden Unterfunktion recht "einfach" zu dosieren:
Wenn die Menge, die eingenommen wird eigentlich die Menge, die die Schilddrüse selbst produzieren kann übersteigt, ist das in einem gewissen Rahmen unproblematisch, da die Schilddrüse dann aufgrund der oben genannten Rückkoppelungs-Kreisläufe einfach selbst weniger produziert.

Dennoch kann es natürlich auch unter einer Schilddrüsen-Hormon-Therapie zu Nebenwirkungen kommen.
Entweder man nimmt zuviel ein, sodass man in die Überfunktion rutscht, oder aber man nimmt zu wenig ein, und ist immer noch in der Unterfunktion.

Auch wenn sichs jetzt etwas kompliziert anhört, ist die Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung vglw. unkompliziert.

Damit es vielleicht noch etwas klarer wird:
Das ist ähnlich wie die Therapie bei Diabetes Mellitus ("Zuckerkrankheit"), dort produziert der Körper das Insulin entweder gar nicht mehr (Typ I) oder in zu geringer Menge (Typ II).

Die Einnahme von Insulin hat ebenfalls keine Nebenwirkungen, nur kann es natürlich auch passieren, dass zuviel bzw. zuwenig genommen wird und dann kommt es wiederum zu Komplikationen.
Aber im Vergleich mit der Schillddrüse ist der Blutzuckerspiegel eine vieeel feinere Regelgröße, die sich viel schneller ändert und von mehr Faktoren beeinflusst wird, deshalb ist dort auch die Therapie wesentlich komplexer als jetzt bei einer Schilddrüsenerkrankung.

Das war jetzt alles viel Text Laughing, deshalb komme ich mal zurück zum eigentlichen Thema:

Ich finde die Panikmachen, die hier von einigen betrieben wird, auch völlig überzogen. Natürlich hat die Pille schädliche Langzeitfolgen und Risiken, aber auch viele Vorteile. Ich denke, wenn man z.B. PCOS hat und vor der Wahl Pille oder Metformin steht (ohne Kinderwunsch!) und die Pille gut verträgt, ist (meiner Meinung nach!) die Pille ein klarer Vorteil. Metformin ist ja eigentlich ein Diabetes-Medikament, das die Empfindlichkeit der Rezeptoren für Insulin steigert. Daher muss man auch vorsichtig mit Alkohol sein, da Alkohol den Insulinbedarf senkt und es dann zu Unterzuckerungen kommen kann.
Natürlich muss das jede Frau im entsprechenden Fall individuell entscheiden, aber gerade im Fall PCOS kann man ja nicht sagen Pille = schlecht, andere Medikamente = toll.

Bei allem was man tut, sollte man beide Seiten betrachten, was aber (wie sich ja sehr schön in diesem Tread zeigt) manchmal sehr schwierig sein kann).
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Sabienchen
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Anmeldungsdatum: 04.02.2006
Beiträge: 3494
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 19.09.2007 - 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

heue in der neuen zürcher zeitung NZZ:
Zitat:

Antibabypille erhöht generelles Krebsrisiko nicht
Langzeitergebnisse aus Grossbritannien

Dass eine über Jahre durchgeführte Hormonersatztherapie bei Frauen nach den Wechseljahren mehr schaden als nützen kann, ist unbestritten. Insbesondere erhöht sich dadurch das Risiko für Brustkrebs. Ein Hormonersatz – in den meisten Fällen ein kombiniertes Östrogen-Gestagen-Präparat – wird deshalb nur noch zur Behandlung starker Wechseljahrbeschwerden empfohlen, und dies nur während beschränkter Zeit.

Wie aber beeinflusst die Antibabypille das Krebsrisiko? Dabei werden ja dieselben Hormone in unterschiedlichen Mengen und Kombinationen eingenommen – wenn auch in einer anderen Lebensphase. Die jüngsten Studienergebnisse zu dieser Frage stammen aus Grossbritannien.¹ Sie basieren auf einer 1968 gestarteten Langzeituntersuchung von 46 000 Frauen, die bei der Rekrutierung im Durchschnitt 29 Jahre alt waren. Alle 6 Monate informierten die betreuenden Hausärzte über den Gesundheitszustand der Probandinnen; ein zentrales Register verhinderte, dass Frauen beim Wegzug «verloren» gingen. Inzwischen liegen die Daten aus über 36 Jahren vor.

Wie Philip Hannaford von der University of Aberdeen in Schottland und Kollegen schreiben, geht die Einnahme der Antibabypille nicht mit einer Erhöhung des generellen Krebsrisikos einher. Im Gegenteil, die Medikamente könnten sogar zu einer leichten Senkung des Risikos führen. So hatten Frauen, die jemals die «Pille» genommen hatten, gegenüber Nie-Benützern ein um 12 Prozent reduziertes Krebsrisiko. Verringert war die Häufigkeit von Dickdarm-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs. Kein Unterschied fand sich hingegen in der Häufigkeit von Brustkrebs.

Beunruhigendes zeigte sich allerdings in einer Untergruppen-Analyse. So war das Krebsrisiko bei Frauen, die die «Pille» länger als 8 Jahre eingenommen hatten, gegenüber Nie-Benützern um 22 Prozent erhöht. Angestiegen war das Risiko von Gebärmutterhalskrebs und von Tumoren des Zentralnervensystems. Dass dies nicht zu einem insgesamt negativen Resultat der Studie geführt hat, dürfte damit zusammenhängen, dass weniger als ein Viertel der Frauen die «Pille» länger als acht Jahre eingenommen hatte.

Die Ergebnisse seien beruhigend, sagt die Ärztin Gabriele Merki, die am Universitätsspital Zürich die Sprechstunde für Schwangerschaftsverhütung leitet. Dass die Entwicklung von Krebs in der Gebärmutter und den Eierstöcken durch die «Pille» sogar günstig beeinflusst werde, wisse man schon länger. Die Zunahme beim Gebärmutterhalskrebs sei wahrscheinlich nicht der Pille zuzuschreiben, sondern der erhöhten Rate an Infektionen mit humanen Papillomaviren, wie sie für sexuell aktive Frauen ohne Kondomschutz typisch sei.

Schwieriger zu interpretieren sind laut Merki die gehäuften Fälle von Tumoren im Zentralnervensystem. Denn die Zahl der betroffenen Frauen sei sehr klein, was leicht zu Verzerrungen bei der Risikoabschätzung führe. Deswegen nun generell zu empfehlen, die Pille nach acht Jahren abzusetzen, davon sei abzuraten. Bei jugendlichen Frauen (in der Studie nicht erfasst), die vor dem 20. Lebensalter mit der Antibabypille begännen und diese über mehrere Jahre einnähmen, könne es allerdings sinnvoll sein, das Medikament abzusetzen, wenn kein Partner vorhanden sei. Denn es gebe Hinweise darauf, dass sich die «Pille» bei ihnen ungünstig auf die Knochendichte auswirke. Zudem müssten beim Verschreiben der «Pille» immer die individuellen Risikofaktoren berücksichtigt werden, da auch an andere Komplikationen wie Thromboembolien und kardiovaskuläre Risiken zu denken sei.

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LG Sabienchen

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