Pflaster (Evra)

Das Verhütungspflaster Evra ist seit Anfang der 2000er Jahre in Deutschland auf dem Markt erhältlich. Es handelt sich dabei um eine dünne, durchsichtige/hautfarbene Membran (4.5 cm Durchmesser), die für eine Woche auf die Haut (Bauch, Oberarm, Schulter, Gesäss) geklebt wird – das Pflaster wird 3 Wochen am Stück angewendet, danach folgt eine Woche Pause. Das Evra beinhaltet die beiden Geschlechtshormone Ethinylestradiol (Östrogen) und Norelgestromin (Gestagen) und entspricht in Punkto Zusammensetzung einem herkömmlichen Kombipräparat. Evra gibt über den Tag verteilt 0.2 mg Östrogen und 1.5 mg Gestagen ab – die Hormone gelangen gleichmässig, über den Tag verteilt via Haut in den Blutkreislauf – die Leber wird durch die Kontinuität weniger belastet als bei der Pille (First pass effekt). Erbrechen/Durchfall haben keinen Einfluss auf die Wirkung, es gibt einige wenige Medikamente, die einen Einfluss haben können. Die verhütende Wirkung des Pflasters beruht auf drei Prinzipien: Der Eisprung wird unterdrückt, der Schleimpfropfen im Gebärmutterhals wird verdickt und ist dadurch für Spermien undurchdringlich. Ausserdem baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter gering auf, das bedeutet, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten könnte und absterben würde.

Der Pearlindex wird vom Hersteller mit 0.9 angegeben (Quelle) und ist damit etwas geringfügig schlechter als bei der Pille oder Spirale.

Ein Vorteil, der hochgelobt wird, ist, dass das tägliche drandenken (Pille) wegfällt, allerdings muss trotzdem täglich an die Verhütung gedacht werden, es muss nämlich überprüft werden, ob das Pflaster noch richtig klebt. Sport und Sauna soll das Pflaster problemlos überstehen – fällt es dennoch einmal ab, muss innerhalb von 24 Stunden ein Neues aufgeklebt werden, damit der Verhütungsschutz bestehen bleibt.

 

Das Evra ist der stärkste Hormonhammer, der man sich derzeit antun kann, anders lässt sich das nicht mehr formulieren, das zeigt auch dieser Hinweis:

“Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Warnhinweis für ein Verhütungspflaster erlassen, das auch in Deutschland erhältlich ist. Danach sind Anwenderinnen von Evra® (2) deutlich höheren Hormonkonzentrationen ausgesetzt als nach der Einnahme von oralen Kontrazeptiva vergleichbarer Wirkstoffstärke. Ob dadurch die Gefahr von thromboembolischen Komplikationen steigt, ist noch offen, aber bereits Gegenstand von Klagen..” Quelle

 

Inzwischen gibts dazu genaueres:

Anwenderinnen des Kontrazeptionspflasters Evra haben ein zweifach erhöhtes Risiko auf eine tiefe Venenthrombose. Dies ergab eine vom Hersteller durchgeführte Studie. Quelle

und

Der Östrogenanteil ist für das Risiko verantwortlich, dass sich im Blut “Pfropfen” bilden, die über den Gefäßweg weitertransportiert werden (sog. Thromboembolien). Schlaganfall, Herzinfarkt und ein plötzlicher Lungenembolie-Tod können die Folge sein. Bei dem Verhütungspflaster verweist die FDA eindringlich auf das erhöhte Thromboembolie-Risiko. Der Östrogenspiegel im Blut liege bei den Pflaster-Anwenderinnen um etwa 60 Prozent höher als nach Einnahme von üblichen Pillenpräparaten, die 35 Mikrogramm Östrogen enthalten. Quelle

 

Ebenfalls interessant in dem Zusammenhang ist die Warnung des Ärzteblattes <klick>.

 

Nebenwirkungen unter der Verwendung von Evra sind unter anderem:

  • Spannungsgefühl in der Brust
  • Hautirritationen
  • Depressionen, Libidoverminderung
  • Brustspannen
  • Schmierblutungen
  • Bluthochdruck
  • Bluttfetterhöhung
  • Apetitzunahme/Wassereinlagerungen/Gewichtszunahme

Wer sich für die gesamte Liste der Nebenwirkungen interessiert, sollte sich in Ruhe ausführlich mit der Packungsbeilage auseinandersetzen!

Für Viel-Raucherinnen und übergewichtige Frauen wird das Pflaster grundsätzlich nicht empfohlen. Weitere Einschränkungen wären, wenn stark erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck oder Thromboserisiken vorliegen. Für Frauen mit Migräne, Leber- oder Zuckerproblemen ist das Evra auch nicht geeignet.

Das Pflaster ist grundsätzlich als “unnützes Risiko” einzustufen, sofern frau die Möglichkeit hat auf was anderes auszuweichen, was nicht mit diesen hohen Risiken verbunden ist.

Kosten: ca. 20EUR pro Monat

 

 

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