Mirena (Hormonspirale)

Die Hormonspirale Mirena wirkt ähnlich wie eine gewöhnliche Kupferspirale, jedoch enthält sie anstelle von Kupfer das Gestagen Levonorgestrel, ein Gelbkörperhormon. Durch diesen Hormonzusatz kann ein noch niedrigerer Pearlindex erreicht werden, nämlich 0.5-1 (Quelle).

 

Die Mirena besteht aus einem Kunststoffteil, darin verschlossen befinden sich die Hormone, die kontinuierlich in die Gebärmutter freigesetzt werden. Das Gestagen sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend aufbaut, um ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Die schwach aufgebaute Gebärmutterschleimhaut soll zudem zu weniger Schmerzen bei der Menstruation führen, bei vielen Frauen bleibt sie jedoch ganz aus. Ausserdem wirkt das Gestagen auf den Schleimpfropfen am Muttermund, der Schleim wird sehr dick und ist somit für Spermien praktisch undurchdringlich. Auch diese Spirale wird mit Hilfe einer Einführhülse durch den Muttermund in die Gebärmutter gebracht, dieser Vorgang kann schmerzhaft sein, daher empfiehlt es sich prophylaktisch ein Schmerzmittel einzunehmen.

Im Gegensatz zur Kupferspirale soll die Hormonspirale kein erhöhtes Risiko für Infektionen darstellen, da der verdickte Schleimpfropfen nicht nur Spermien das Leben schwer macht, sondern auch den Erregern von Krankheiten. (Dies gilt nicht für HIV!)
Das Ganze ist auch ziemlich umstritten, dem Hersteller würde das natürlich entgegen kommen, etwas kritischere Stimmen lassen jedoch verlauten, dass es trotz verdicktem Schleimpfropfen zu diversen Infektionen kommen kann. Regelmässige Kontrolle auf Infektionen scheint also ratsam.
Ein reines Gestagenpräparat hat einerseits den Vorteil, dass der Eisprung nicht verhindert wird, daher besteht weniger Eingriff in den natürlichen Hormonhaushalt, andererseits birgt genau das, das Risiko für Eileiterschwangerschaften. Es wird auf jeden Fall empfohlen vorab schon mal eine Pille mit dem gleichen Inhaltstoff probeweise einzunehmen, wie frau dann jedoch konkret in der Situation reagiert, lässt sich schwer vorhersagen. Für Frauen, die keine Östrogene vertragen oder in der Stillzeit sind, ist ein reines Gestagenpräparat verlockend. Jedoch ist umstritten, wie schonend es denn wirklich ist, wenn die Hormone “lokal” wirken. Die Theorie besagt, dass der Magen-Darm-Trakt weniger belastet wird, Erbrechen/Durchfall etc. spielen bei der Wirkung keine Rolle, jedoch birgt dieses Lokale Wirken auch das Risiko des “zu starken” Wirkens, was man so direkt nicht kontrollieren kann. Ob so letztlich mehr oder weniger Hormone in den Körper gelangen ist Gegenstand heftiger Diskussionen…

Auch bei der Mirena besteht in den ersten Anwendungsmonaten das Risiko, dass die Spirale abgestossen wird, es ist daher wichtig, den richtigen Sitz regelmässig kontrollieren zu lassen. Auch kann beim Einsetzten die Gebärmutter verletzt werden.

Die Hormonspirale kann die gleichen Nebenwirkungen hervorrufen wie andere Hormonpräparate, auffällig ist, dass sie scheinbar besonders oft für Depressionen verantwortlich ist.

Sämtliche Nebenwirkungen sind in der Packungsbeilage aufgeführt, die der Gynäkologe beim Beratungsgespräch sicher auf Nachfrage gern herausgibt.

Der Preis für die Hormonspirale liegt bei 180EUR, hinzu kommen die Arztkosten.

 

 

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