Implanon

Das Implanon ist seit rund 6 Jahren in Deutschland auf dem Markt. Es handelt sich dabei um ein hormonelles Verhütungsmittel, welches jedoch nicht wie die Pille täglich eingenommen werden muss, sondern für 3 Jahre selbstständig wirkt. Das Verhütungsstäbchen besteht aus weichem Kunststoff indem sich Etonogestrel (Gestagen) befindet. Das Stäbchen wird direkt in den Oberarm gespritzt, wo es gleichmässig Hormone freisetzt. Die Sicherheit soll überdurchschnittlich hoch sein und wird mit einem Pearlindex von 0.1 angegeben. (Quelle)

Was die Gleichmässigkeit der freigesetzten Hormone betrifft, besteht jedoch Unsicherheit. Neuere Studien haben belegen können, dass die Hormonkonzentration vor allem in den ersten Anwendungswochen besonders hoch ist und am Ende der drei Jahre, besonders bei übergewichtigen Frauen, einen kritischen Tiefststand erreichen kann. Eventuell würde sich hier also eine vorzeitige Untersuchung mit einer Überprüfung auf den Hormonstatus lohnen :?:

Jedoch gibt es bislang keine unabhängigen Untersuchungen über das Implanon bezüglich Sicherheit und Langzeitfolgen, der niedrige Pearlindex sollte also mit Vorsicht genossen werden. Ein klarer Vorteil in Punkto Sicherheit ist dabei aber mit Sicherheit, dass die meisten Formen von Anwendungsfehler wegfallen weder kann die Anwendung vergessen werden, noch wird der Empfängnisschutz durch Erbrechen/Durchfall beeinträchtigt! Im Zusammenhang mit bestimmten Medikamenten, Antibiotika, Antieptileptika, ist jedoch auch hier Vorsicht geboten (Packungsbeilage des entsprechenden Medis beachten)

Der Empfängnisschutz wirkt auf zwei ebenen, zum Einen wird der Eisprung unterdrückt (obwohl es sich “nur” um ein Gestagenpräparat handelt, wirkt also anders als zum Beispiel die Minipille oder Hormonspirale) und zum anderen bildet sich ein unüberwindbarer Schleimpfropfen im Gebärmuttermundhals. Versagen beide Pfeiler, erwartet die befruchtete Eizelle eine ungenügend aufgebaute Gebärmutterschleimhaut, in die es sich nicht einnisten kann – es stirbt ab.

Das Implanon wird während der Menstruation eingesetzt und bietet am dem 1. Tag sicheren Empfängnisschutz. Wichtig ist, dass man sich genau aufschreibt, wann man das Implanon hat einsetzten lassen, nach drei Jahren verliert es nämlich seine Wirkung und es kann zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen. Bei Kinderwunsch vor Wirkungsende, kann das Implanon jederzeit entfernt werden.

Für das Einsetzten wird die Haut lokal betäubt, das Implanon selber wird mittels einer Hohlnadel in den “nicht Schreibarm” unter die Haut eingesetzt. Sprich Rechtshändlerinnen bekommen das Stäbchen links, Linkshändlerinnen bekommen es rechts. Beim entfernen wird ein kleiner Schnitt in die Haut gemacht, durch den dann das Verhütungsstäbchen entfernt werden kann. Dabei kann es zu Blutergüsse und Schwellungen kommen.

Die häufigste Nebenwirkung des Implanons bezieht sich auf eine veränderte Menstruation. Dabei werden verschiedene Formen der Veränderung beobachtet, bei den meisten Frauen kommt es zu häufigeren und besonders langen Blutungen und jede 5. Frau bekommt eine sehr schwache bzw. gar keine Blutung. Um nicht unnötig viel Geld in den Sand zu setzten, sollte man, bevor man sich das Implanon einsetzten lässt, unbedingt eine Minipille mit der gleichen Hormonzusammensetzung verschreiben lassen. So kann man etwas besser abschätzen, ob das Implanon überhaupt in Frage kommt – wer sowieso schon unter “Blutungsproblemen” bei der Einnahme von künstlichen Hormonen leidet, sollte sich das Implanon gut überlegen.

Weitere häufige Nebenwirkungen sind Akne, Kopfschmerzen, vaginale Entzündungen und Gewichtszunahme.

Die vollständigen Nebenwirkungen sind in der Packungsbeilage aufgeführt, die ein guter Arzt beim Beratungsgespräch sicher gern herausgibt.

Da solche Texte immer etwas sehr professionell und teils auch unverständlich geschrieben ist in Bezug auf “muss es mich denn treffen mit diesen ganzen netten Nebenwirkungen” hier noch ein anderer Text mit entsprechender Häufigkeitsverteilung:

In den ersten zwei Jahren lässt fast jede dritte Frau das Implantat vorzeitig entfernen, mehr als die Hälfte wegen Blutungsunregelmäßigkeiten und Amenorrhoe. Wie bei anderen reinen Gestagen-Präparaten bleibt auch unter IMPLANON die Regelblutung häufig aus (bis 40%) oder wird seltener (bis 30%). Etwa 3% bis 5% der Frauen müssen mit häufigeren (Zwischen-)Blutungen rechnen, bis 10% mit länger als 10 bis 14 Tage andauernder Menstruation. Hämoglobinabfall kommt vor. 19% klagen über Akne, bis 21% über Kopfschmerzen und bis 10% über Brustschmerzen. Weitere häufige Störwirkungen sind Schwindel (bis 8%) sowie Haarausfall, depressive Verstimmungen und Abnahme der Libido (jeweils bis 5%). Bei jeder fünften Frau steigt der Body-Mass-Index (BMI) um mehr als 10%. (Quelle)

 

Der Preis liegt bei rund 200EUR plus Arztkosten.

 

 

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