Sterilisation (Frau)

 

Methoden, Allgemeines

Zu allererst sollte man sich gründlichst überlegen,ob man diesen Schritt gehen möchte,da eine sog. “Refertilisierung” in den wenigsten Fällen möglich ist und der Eingriff der  Sterilisation für die Frau keine Lapalie darstellt, da er zumeist unter Vollnarkose gemacht werden muss. Frau sollte sich hierfür einen kompetenten Arzt suchen,dem sie auch  vertraut. Im Vorgespräch sollten zudem alle Fragen der Patientin vom Arzt beantwortet werden (können). Die Preise für den Eingriff sind recht unterschiedlich und hängen u.a. auch davon ab,ob er stationär oder ambulant durchgeführt wird. Was frau auch wissen  sollte ist, dass selbst dieser so endgültig scheinende Eingriff keine 100%ige Sicherheit vor  einer Schwangerschaft gewährt, was sich auch in dem PI – der je nach Quelle  unterschiedlich angegeben wird – von 0,1-0,3 niederschlägt. Dieser PI kommt erstens zustande, da es Fälle von Schwangerschaften gibt, die bereits WÄHREND der OP  bestanden haben (wurde nicht getestet-ob schwanger oder nicht) und zweitens, weil es zu einer sog. “spontanen Rekanalisation” kommen kann. Diese spontane Rekanalisation kann  angeblich nur im ersten halben Jahr passieren, dennoch sind Fälle bekannt, in denen Frauen nach Jahren noch schwanger wurden. Das sollte man vor dem Eingriff  bedenken, dass er eben NICHT 100%ige Sicherheit verspricht und eine – wenn auch  geringe – Chance besteht, doch schwanger zu werden. Beim Eingriff selbst gibt es verschiedene Methoden, die meist angewandte ist die operative Methode, bei der es wiederum verschiedene gibt. Am Häufigsten werden die Eileiter verschmort bzw. verödet (hierbei gibt es wieder drei verschiedene Methoden) mittels einer Lapraskopie
(Bauchspiegelung) bei der eine kleine Narbe zurück bleibt. Eine andere – wenn auch unsicherere Methode-ist das “verclipsen” der Eileiter,wobei jeder Eileiter mit einem Clip versehen wird (was nicht bedeutet,dass man wieder Kinder bekommen kann,wenn diese Clips entfernt werden),was als unsicherer gilt als das Veröden. Ein ähnlicher Eingriff ist der,bei dem die Eileiter mit einem Silikonband abgebunden werden,hierbei gilt von der
Sicherheit her und von der Möglichkeit des rückgängig machens dasselbe wie bei den Clips. Bei allen drei Möglichkeiten wird ein Einschnitt am Bauchnabel gemacht (teilweise sind auch drei “Eintritte” nötig-einer am Bauchnabel,einer im Schambereich und einer an der Seite)- unter Vollnarkose-und danach wird der Bauch mit einem Gas aufgepumpt, damit der Arzt besser sehen kann,was er tut. Danach kommt ein Instrument mit einer  Optik in die Öffnung und in diesem Instrument befindet sich auch entweder das “Verödungsinstrument” oder die Klemmen für Silikonband bzw. Clips (werden drei “Eintritte” benötigt,sieht der Eingriff natürlich etwas anders aus-das Gas wird aber jedes
Mal gebraucht).Es ist wichtig vor dem Eingriff den Arzt zu fragen,WELCHE Methode  verwendet wird.

Risiken, mögliche Komplikationen

Abgesehen vom Narkoserisiko (das egal bei welchem der operativen Eingriffe IMMER besteht),besteht auch noch das Risiko,dass der Arzt mit seinen Instrumenten den Darm,die Blase oder andere im Bauchraum befindlichen Regionen verletzen könnte (ist äußerst selten). Es könnte auch sein,dass er die Blutversorgung der Eileiter zerstört,was dazu führen würde,dass diese ihren Dienst versagen und man somit früher in die Wechseljahre kommt. Wie ich erst kürzlich in einem Buch las, führt selbst eine gelungene Tubensterilisation zu einer signifikanten Veränderung des Progesteronspiegels,welche noch ein Jahr nach der OP nachweisbar ist.

Dies kann zu PMS oder anderen Beschwerden führen.(“Frauenkörper,Frauenweisheit” von Dr. Christiane Northrup)

Nach dem Eingriff

Das Ei übrigens (was normalerweise nach der OP immer noch jeden Monat “springt”), gelangt nur noch bis zur Unterbrechungsstelle-egal ob bei der operativen oder den anderen Methoden-und wird dort vom Eileitergewebe resorbiert. Darum-wenn z.B.die Eileiter nicht 100%ig verschlossen sind-ist das Risiko einer Eileiter oder Bauchhöhlenschwangerschaft nach einer Sterilisation erhöht-allerdings nur bei den operativen Methoden-,bei den anderen Methoden (Essure und Ovabloc)sollte der Eileiter ja 100%ig blockiert sein und ein zusammentreffen von Samen- und Eizelle somit unmöglich sein.

Die sexuelle Erlebnisfähigkeit bleibt übrigens ungetrübt,für manche Frauen ist es psychisch sogar sehr gut zu wissen,dass eine Schwangerschaft unmöglich ist.

Nicht-operative Methoden

Mittlerweile gibt es auch nicht-operative Methoden,die aber noch weniger rückgängig zu machen sind. Die eine nennt sich Ovabloc,hierbei wird -unter lokaler Betäubung-Gummi in die Eileiter gespritzt und verschließt diese sofort völlig. Der Eingriff ist billiger-je nach Arzt und einfacher als die operative Methode,allerdings noch nicht so gut erforscht und obwohl das Gummi wieder entfernt werden kann,heißt das nicht,dass frau danach wieder
schwanger werden kann(http://www.ovabloc.com/de). Eine andere Methode,nach demselben Prinzip,stellt die Essure-Methode dar. Hierbei werden beide Eileiter mit einer Spirale versehen-auch unter örtlicher Betäubung-,die als Gerüst dienen soll für Gewebe aus den Eileitern,welches dieses Gerüst umwuchert und so selbst für die Verschließung  der Eileiter sorgen soll. Diese Methode ist in manchen Fällen nicht anwendbar und nicht in allen Fällen kann zu 100% garantiert werden,dass beide Eileiter völlig “dicht” sind  (http://www.essure.de).

Sowohl Essure als auch Ovabloc sind in Deutschland noch wenig verbreitet und darum gibt es wenige Ärzte,die damit umgehen können bzw. dieses anbieten. Bedenken sollte frau natürlich auch,dass diese Methoden noch nicht solange existieren und  Erfahrungswerte fehlen. Weitere Informationen gibt es im Internet

Alternativen

Meist wird Frauen auch dazu geraten,sich zu überlegen,ob nicht lieber ihr Partner diesen Weg gehen möchte,da die OP erstens einfacher und zweitens mit weniger Risiken verbunden ist. Als Alternative zur Sterilisation wird oft die Mirena genannt-wenn man keine Hormone nehmen möchte,scheidet diese Alternative allerdings aus.Zudem sollte man bedenken,dass die Mirena für fünf Jahre ca. 300-350EUR kostet und je nach dem Zeitpunkt,zu dem man sich sterilisieren lässt,zahlt man dann drauf (Bsp. Frau lässt sich mit 30 sterilisieren,zahlt ca. 800EUR -gibt auch billigere-und hat damit Ruhe. Eine andere lässt sich von 30 bis ca. 50 (wegen den Wechseljahren,in denen man ja nicht mehr schwanger werden können sollte)die Mirena legen und zahlt damit -gehen wir von 300EUR aus-1200EUR). Vor allem hat eine gut durchgeführte Sterilisation keine Nebenwirkungen (diese treten nur bei verpfuschten OPs auf,da an den Eierstöcken etc. ja nichts getan wird),die Mirena hat aber eine ganze Menge möglicher (siehe auch www.hormonspirale-forum.de ) Nebenwirkungen.

Kosten

Die Kosten sind warum auch immer recht unterschiedlich,

ich habe sowohl schon von 380€ gehört (jeweils für eine AMBULANTE OP!),als auch von 900€. Also genau erkundigen,obs ein anderer Arzt in der Nähe nicht für weniger macht,bei denselben Leistungen

Zugänglichkeit

Um eine Sterilisation zu bekommen,sprechen Sie am besten ihren Gynäkologen an,sollte dieser keine Operationen durchführen oder sie nicht sterilisieren wollen (warum auch immer),können Sie es bei anderen Gynäkologen versuchen. Es gibt übrigens KEINE gesetzliche Altersgrenze für eine Sterilisation,der Arzt entscheidet dies nach eigenem Ermessen,wen er sterilisiert und wen nicht.

 

 

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