Gynefix

Die Gynefix ist in Deutschland noch relativ unbekannt, obwohl sie sich in anderen Ländern wie der Schweiz wachsender Beliebtheit erfreut. Die Unbekanntheit liegt daran, dass die Gynefix in Deutschland noch nicht so häufig verkauft/beworben wird. Zulassungsverfahren sind in der Regel sehr kostspielig. Das bedeutet letztlich, dass die Gynefix im Ausland bestellt werden muss – das ist jedoch kein Problem.

In dieser Publikation sind sämtliche Fragen und Hintergrundinformationen zur Gynefix zusammengefasst.

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Die Gynefix besteht im Wesentlichen aus Kupferzylindern, die an einem losen Nylonfaden aufgereiht sind. Ein Ende von der Kette wird in der Gebärmutter fixiert. Ein großer Vorteil der Kupferkette im Vergleich zur Kupferspirale ist die Form. Während die Kupferspirale eine T-Form hat, welche oft zu längeren, schmerzhaften Blutungen führen kann, treten bei der Gynefix höchstens am Anfang Schmierblutungen auf (muss aber nicht). Das liegt daran, dass sich die Gebärmutter während der Menstruation zusammenzieht und damit gegen das T stoßen kann.

 

 

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Die Gynefix in Kettenform hingegen hängt lose in der Gebärmutter und wird beim Zusammenziehen während der Periode nicht als störend oder schmerzhaft empfunden.

Nebst der geringeren Nebenwirkungen der Gynefix im Vergleich zur Kupferspirale bietet sie zudem eine höhere Sicherheit, ihr Pearl Index liegt bei 0.1 – 0.3 (Quelle), der Hersteller selber gibt sogar einen noch besseren PI an.

Es gibt zwei verschiedene Größen. Die kleine Gynefix mit 4 Kupferzylindern hat eine Wirkungsdauer von mindestens 3 Jahren, die große mit 6 Kupferzylindern sogar 5 Jahre. Welche Größe geeignet ist, ist abhängig von der Größe der Gebärmutter. Am Ende der angegebenen Zeit wird vom Frauenarzt kontrolliert, ob die Gynefix noch länger liegen bleiben kann.

pic_Liegende-Gynefix-Kupferkette_074487_largeDies erkennt der geschulte Gynäkologe im Ultraschallbild daran, wie stark die Gynefix noch “funkelt”, da eben dieses auf den Kupfergehalt der Kettenglieder hinweist und darauf schließen lässt, wie lange sie noch ausreichend vor einer Schwangerschaft schützen kann.

Die verhütende Wirkung der Gynefix besteht darin, dass sie Kupferionen absondert. Diese verhindern hauptsächlich, dass sich Spermien ausreichend bewegen können, dadurch wird eine Befruchtung verhindert.

Zum anderen verursachen die Kupferionen möglicherweise eine Art Entzündung in der Gebärmutter. Falls also ein “lahmes” Sperma mit viel Glück die Eizelle befruchten würde, könnte diese sich dennoch nicht einnisten und würde eingehen. Die Geschichte mit der Entzündung ist allerdings sehr umstritten, einige Quellen besagen, dass die Gynefix eben gerade keine Entzündung in der Gebärmutter hervorrufen würde. Diese Theorie besagt, dass in den Kupferspiralen das Kunststoffstäbchen für die Entzündung verantwortlich ist, doch genau dieses fehlt ja in der Gynefix. Anscheinend ist man sich hier noch uneinig oder der Sachverhalt ist noch nicht eindeutig bewiesen.

Die meisten Frauen fürchten sich vor möglichen Schmerzen beim Einsetzen. Ich habe mehrfach gelesen, dass das Verankern der Kette an sich schmerzfrei sein soll, wenn dies während der Menstruation gemacht wird – der Muttermund ist dann etwas weiter offen als sonst und muss weniger gedehnt werden. Zudem kann vor dem Einsetzen auch eine Tablette verabreicht werden, welche den Muttermund noch zusätzlich etwas erweitert. Trotzdem kann es in der Realität beim Einsetzen, oder fast noch eher beim Vermessen der Gebärmutter davor, zu Schmerzen kommen. Das Einsetzen selber dauert nur ein paar Minuten, damit ist auch der Schmerz an sich nur von kurzer Dauer. Schmerzmittel in Form von einer Spritze sollte man sich überlegen, da sie selbst sicher auch nicht schmerzfrei ist.

Wer sich trotzdem fürchtet, bekommt mit Sicherheit eine Beruhigungstablette. Manche Gynäkologen bieten die Einlage der Gynefix sogar unter kurzer Vollnarkose an!  :wink:

Manche Frauen haben in den Stunden nach dem Einsetzen noch Schmerzen in Form von Bauchweh oder leiden unter Übelkeit. Dies sollte jedoch rasch verschwinden.

Grundsätzlich ist die Gynefix für alle Frauen geeignet, auch für junge Frauen und Frauen, die noch kein Kind geboren haben. Der Hersteller betont diesen Vorteil besonders, weil in der Vergangenheit Spiralen nur für Frauen empfohlen wurden, die bereits geboren haben.

Bei einer Kupferallergie liegt es auf der Hand, dass die Kupferkette nicht in Frage kommt. Schwierig ist es auch, wenn die Gebärmutter sehr klein ist. Ebenfalls davon abgeraten wird bei Frauen mit Fehlbildungen der Gebärmutter oder Frauen, die eine Eileiterentzündung hatten.

Ebenfalls liest man im Zusammenhang mit Spiralen häufiger von erhöhter Infektionsgefahr, da die Kette eine Art Brücke zwischen Scheide und Gebärmutter bildet. Manche Quellen gehen davon aus, dass dieses Risiko bei der Gynefix nicht mehr so problematisch sei, jedoch gibt es wohl auch Studien, die nach wie vor ein erhöhtes Infektionsrisiko feststellen konnten (siehe u.a. hier).

Wir möchten an dieser Stelle weder Panik betreiben noch blind auf den Hersteller vertrauen. Wichtig zu wissen ist, dass eine unbehandelte Infektion (z.B. durch Chlamydien) im Extremfall unfruchtbar machen kann. Vorsichtsmaßnahmen sind insofern auf jeden Fall ratsam.

Daher wird vor dem Einsetzen immer ein Abstrich gemacht und geschaut, ob pathogene Keime da sind. Wenn ja, müssen erst mal die bekämpft werden. Gynefix-Trägerinnen (und auch alle anderen Frauen mit einer Spirale) sollten sich zudem regelmäßig (alle 6 Monate) auf solche Infektionen untersuchen lassen.

Bei einem ungewohnten Ziehen oder bei Schmerzen allgemein, bitte eine/n Gyn aufsuchen, da es sich um Anzeichen einer Infektion handeln könnte.

Weiter möchten wir betonen, dass die Gynefix nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt! Bei wechselnden Partnern ist daher der Gebrauch von Kondomen in jedem Fall angezeigt!

Ab 250EUR ist das Ganze zu haben, es kann im Einzelfall jedoch auch deutlich mehr sein. Gegebenenfalls übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Gynefix, daher – gerade bei unter 20jährigen – einfach mal nachfragen!

Die richtige Verankerung in der Gebärmutter ist sehr wichtig. Wer sich also überlegt, sich eine Gynefix-Kupferkette legen zu lassen, sollte darauf achten, dass der/die Arzt/Ärztin sich damit auskennt und Erfahrung hat (der Hersteller bietet Kurse an), ansonsten besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko die Kette zu verlieren bzw. die Gebärmutter kann bei dem Eingriff auch verletzt werden, wenn die Person à la “das pack ich schon, so schwer kanns nicht sein, ich hab mal eine Infobroschüre gelesen” argumentiert :shock:

Heutzutage ist es überhaupt kein Problem mehr Frauen ein Spirale einzusetzen, ganz egal welche (also egal ob Kupferspirale, Hormonspirale oder Gynefix). Erzählt der Arzt etwas anderes, ist es ratsam, eine zweite Meinung einzuholen! Aber lasst es wirklich nur von jemandem machen, der/die viel Erfahrung hat, das Einsetzen der Gynefix ist nämlich schwieriger als das Einsetzen der Mirena oder Kupferspirale.
Hier findet Ihr eine Liste solcher Ärzte/Ärztinnen, es lohnt sich definitiv auch eine längere Fahrt auf sich zu nehmen, die Nachuntersuchung kann dann wieder der normale Gyn machen, aber das Einsetzten überlasst den Profis!

Wenn Ihr Euren Gynäkologen gezielt auf die Gynefix hinweisen wollt, ist dieser Artikel sehr zu empfehlen – natürlich auch zur Selbstinformation! Darin wird u. a. mit dem Gerücht, die Gynefix sei für junge Mädchen ungeeignet, aufgeräumt… 8)

 

 

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