Verhütungscomputer

Ladycomp (LC)

Als einziger der Verhütungscomputer ist er ein Tischgerät, das seinen festen Platz auf dem Nachttisch finden soll. Er funktioniert via Netzteil, erfordert also eine Steckdose. So sieht der Lady Comp aus.

Was er macht

Das Gerät bedient sich der Temperaturmethode auf Basis von Durchschnittswerten, um die fruchtbare (fertile) Zeit einzugrenzen. Dafür nutzt es statistische Daten, die es aus den bisher eingegeben Zyklen ermittelt. Sind noch nicht genügend Daten vorhanden, verlängert sich die fertile Phase und es werden vorprogrammierte “mehrere tausend Zyklen” anderer Frauen herangezogen.

Wie bei allen Temperaturmethoden muss direkt nach dem Auswachen und vor dem Aufstehen gemessen werden, das Messzeitfenster wird vom Hersteller mit ± 3 h angegeben, ein Wecker ist integriert. Das Gerät prüft zwar auf “unnormal erhöhte Temperaturen” und zeigt Fieber an, es wird aber empfohlen, bei von vornherein bekannten Störungen nicht zu messen. Post pill erfolgt die Messung erst ab dem 2. Zyklus.

Das Schwestermodell Babycomp (BC) ist mit einigen Zusatzfunktionen für den Kinderwunsch ausgestattet, wie Befruchtungsoptimum, Geschlechtsprognose und Anzeige einer wahrscheinlich eingetretenen Schwangerschaft, ansonsten entspricht es dem LC.

Beide Modelle zeigen die unfruchtbare Zeit durch ein grünes Lichtsignal, die fruchtbare durch ein rotes an. Zu Verwirrung kann der gelb angezeigte “Lernbereich” führen, den der Computer nicht eindeutig zuordnen kann, der aber selbstverständlich der fertilen Phase zuzuordnen ist.

Wie gut er´s macht

1998 wurde in einer retrospektiven Effektivitätssstudie mit 597 Frauen ein PI von 0,7 für die Methodensicherheit und für die Gebrauchssicherheit 3,8 (PI) ermittelt.[1] Damit kann der LC als “noch sicher” gelten.

In derselben Studie betrug die Länge der “roten” Phase im Mittel 16,3 Tage, bei Zykluslängen zwischen 26 und 30 Tagen 13,5 Tage. Zu bedenken ist aber, dass die “gelben” Tage da noch nicht hinzugerechnet sind.

Eine Studie der Uni Düsseldorf [2], bei der 16 Teilnehmerinnen mit “normalen” Zykluslängen den LC über jeweils15 Zyklen testeten, kam zu einer Konzeptionswahrscheinlichkeit von etwa 3 %.

Was man sonst noch wissen sollte

Man muss es leider so sagen: Der LC (und erst recht sein großer Bruder) ist einfach unglaublich teuer. Der LC liegt momentan bei etwa 500 EUR, der BC bei 750 EUR. Mittlerweile gibt es zwar mit “Pearly” auch einen kleinen Bruder, auch dieser kostet jedoch rund 350 EUR. Ob sich diese nicht unerhebliche Ausgabe wirklich lohnt und ob sie angemessen ist, bleibt fraglich.

Bei unregelmäßigen Zyklen wird zwar angeboten, die Mitarbeiter anzusprechen, denn: Zitat: Unsere Mitarbeiterinnen helfen Ihnen auf Wunsch, Ihren Zyklus wieder zu stabilisieren. , ob die Damen von der Hotline dazu allerdings in der Lage sind?

Fakt ist, dass sich bei unregelmäßigen Zyklen die fertile Phase (einschließlich “gelb”) drastisch verlängern kann, was allerdings bei einer solchen Methode auch zwangsläufig so sein muss, wenn die Sicherheit erhalten bleiben soll. Das kann allerdings zu Frustrationen führen und man sollte sich darüber klar sein.

[1] Freundl, Frank-Hermann, Godehardt, Klemm, Bachhofer: Retrospective clinical trial of contraceptive efectiveness of the electronic fertility indicator Ladycomp/Babycomp, Advances in Contraception 1998

 

*****************************************************************************

Persona

Was er macht

Persona ist ein “Hormoncomputer”, der mittels Teststäbchen den LH- und Östron-3-Glucoronid-Gehalt des Morgenurins bestimmt. So sieht Persona aus. Im ersten Zyklus fordert das Gerät 16 Stäbchen durch ein gelbes Signal, in den weiteren 8. Das Messzeitfenster beträgt ± 3 h.

Fertile Tage werden durch ein rotes Signal, infertile durch ein grünes indiziert. Die höchstfertile Phase kurz vor dem Eisprung wird durch einen Kreis angezeigt, dieser erscheint jedoch nicht in jedem Zyklus.

Wie gut er´s macht

Lt. Hersteller liegt die Verhütungssicherheit bei korrekter Anwendung bei 94 % bei Enthaltsamkeit in der fertilen Phase. Diese Angabe deckt sich mit einer Multicenterstudie [3] (Deutschland, Irland, England), während der der Auswertungs-Algorithmus verbessert wurde und die somit nach Korrektur der Werte hinsichtlich der veränderten Auswertung auf eine kalkulierte Verhütungssicherheit von 93,8 % kam. Damit zählt Persona zu den Methoden mit “mittlerer Sicherheit”.

Eine Studie der Uni Düsseldorf [2], bei der 15 Teilnehmerinnen Persona über jeweils 15 Zyklen testeten, kam hingegen zu einer Konzeptionswahrscheinlichkeit von etwa 16 %.

In den ersten Zyklen soll Persona 12 – 15 “rote” Tage anzeigen, manchmal bis 22, später soll sich der Bereich auf 6 – 12 fertil angezeigte Tage beschränken. Die unter [3] genannte Studie zeigte im Schnitt hingegen 13,6 fertile Tage bei Zykluslängen von 26 – 30 Tagen.

Was man sonst noch wissen sollte

Persona ist lt. Hersteller geeignet für Zyklen zwischen 23 und 35 Tagen, nicht geeignet z.B. bei PCOS und bestimmten Leber- und Nieren-Erkrankungen und wenn eine Schwangerschaft unter keinen Umständen akzeptiert werden kann.

Durch die Teststäbchen entstehen Folgekosten (24 St. ca. 49 EUR, das “Startpaket” mit Gerät und 16 Stäbchen um 100 EUR).

Verfasst by Imandra

[3] Bonnar, Flynn, Freundl, Kirkman, Royston, Snowden: Personal hormone monitoring for conrtaception, The British Journal of Family Planning 1999
 

 

Hast Du noch Fragen zu Verhütungscomputern? – Dann klicke hier!

Comments are closed.