Lea

Das Lea ist im Wesentlichen eine Weiterentwicklung der Portiokappe (wird demnächst hier auf der Seite auch noch vorgestellt..)

Es besteht aus medizinischem Silikon und ist daher auch bei einer Latexallergie unbedenklich. Es hat einen Durchmesser von 5.5 cm und hat eine tassenförmige Vertiefung mit stabilem Rand, Ventil und integrierter Kontrollschlaufe – über das Ventil kann Zervixflüssigkeit abfliessen. Das Lea ist in einer Standardgrösse in der Apotheke erhältlich und muss nicht von einer/einem Gyn angepasst werden - es ist jedoch ratsam in einer Beratungsstelle (z.B. Profam) den richtigen Sitz überprüfen zu lassen bzw. sich zeigen zu lassen. Das Lea Contraceptivum wird vor dem Geschlechtsverkehr (nicht Unmittelbar davor, das Vakuum braucht etwas Zeit um sich aufzubauen..) mit einem spermiziden oder nonoxynolfreien Gel (siehe Dia-Artikel) bestrichen und eingeführt – theoretisch kann man das Lea zwar auch ohne Gel verwenden – die Sicherheit ist mit Gel allerdings höher und liegt damit laut Hersteller bei einem Pearl Index von 2,2 (Quelle)

Achtung: In (hersteller-)unabhängigen Studien wurden innerhalb eines Jahres angeblich 15% der Testpersonen schwanger. Das lässt einen deutlich höheren PI vermuten!

Nach dem Bestreichen wird das Lea zusammengedrückt, mit der Öffnung nach oben und Schlaufe nach vorne, in einer angenehmen Position auf den Muttermund gesetzt – dort verhindert es das Eindringen von Sperma in die Gebärmutter! Damit es sich dort festsaugen kann, muss die Luft zwischen Muttermund und Lea entweichen, es empfiehlt sich ein paar Schritte zu gehen. Es ist wichtig den richtigen Sitz zu überprüfen: Das Lea muss den Muttermund vollständig abdecken und fest sitzen, die Schlaufe (an der das Lea später entfernt wird) soll hinter dem Schambein liegen – wenn man daran etwas zieht, soll man einen deutlichen Wiederstand spüren, daran merkt man, dass das Vakum ausreichend aufgebaut ist.

Nach dem Sex muss das Lea Contraceptivum noch mindestens 8 Stunden nach dem Sex in der Scheide verbleiben, danach befinden sich keine befruchtungsfähigen Spermien mehr in der Scheide. Findet in diesem Zeitraum erneut Geschlechtsverkehr statt, muss kein Gel nachgeschmiert werden – allerdings beginnt die 8 Stunden Frist von Neuem. Das Lea darf maximal 48 Stunden in der Scheide verbleiben (ausser die Periode setzt ein). Spätestens dann muss es entfernt werden, was dank Vakum gar nicht so einfach ist. Frau sollte sich dafür wieder in eine angenehme Position begeben (Stehend, mit angewinkeltem Bein oder Sitzend) und die Schlaufe ertasten. Durch Anheben der Schlaufe löst sich der Unterdruck. Danach kann durch leichtes Ziehen/Drehen das Lea entfernt werden – das kann ein ziehendes Gefühl verursachen. Das Ganze ist wohl etwas Übungssache :wink:

Man kann das Lea mit warmem Wasser reinigen, da es aus Silikon ist könnte man es eventuell auch auskochen :?:. Seife ist etwas problematisch, da diese bei erneutem Gebrauch des Lea´s zu Reizungen führen kann. Essig-Wasser entfernt unangenehme Verfärbungen.

Die gleichzeitige Verwendung von Komdomen ist entgegen aller Gerüchte unproblematisch. In Punkto Spermizid gibt es diverse Produkte auf dem Markt, die meisten enthalten den Umstrittenen Inhaltsstoff Nonoxynol-9. Nonoxynol ist für das empfindliche Scheidenmillieu zu aggressiv, es kann zu Schmerzen, Brennen und Juckreiz kommen. Wesentlich besser verträglich sind sogenannte alternative Gels. Diese werden auf Zitronen- oder Milchsäurebasis hergestellt und wirken sich sogar positiv auf das natürliche Scheidenmillieu aus.

Als problematisch wird beim Lea oft die Grösse eingestuft, welche beim Sex als störend empfunden werden kann. Hier gibt es ein hübsches Vergleichfoto zwischen Lea und Hühnerei und hier eine Zeichnung, wo das Lea beim Sex genau liegt.

Witzig find ich, dass auf der Seite vom Hersteller empfohlen wird, dem Partner das Lea gar nicht zu zeigen, da sich Männer dann nicht vorstellen können, dass für sie da auch noch Platz ist *g*

Nebenwirkungen von Lea-Contraceptivum können sein:

  • Unterleibskrämpfe
  • Blutungsstörungen
  • Schmerzen, Unangenehmes Gefühl beim Geschlechtsverkehr
  • Harnröhreninfektionen
  • Scheidenentzündungen
  • Blutung beim Entfernen der Silikonkappe
  • abnormale Papillomaviren-Tests

Bei Entzündungen, Fehlbildungen ist das Lea nicht geeignet. Für Frauen im Wochenbett ebenfalls nicht.

Nach spätestens einem Jahr muss ein neues Lea gekauft werden (der Hersteller nennt Hygienegründe, das Material an sich würde nicht ermüden), der Preis liegt bei 50 EUR.

 

Hast Du noch Fragen zum Lea? – Dann klicke hier!

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