Pearl-Index

Was ist ein Pearl Index?

Der Pearl Index ist ein durch Studien ermittelter Wert, der die Sicherheit eines Verhütungsmittels angibt.

Je kleiner ein PI ist, desto höher ist die Verhütungssicherheit. Der PI gibt an, wie viele von 100 Frauen in einem Frauenjahr (12 x 100 = 1200 Zyklen) bei der Verwendung einer Verhütungsmethode schwanger geworden sind.

Es gibt einen Unterschied zwischen Methodensicherheit und Anwendersicherheit. Die Methodensicherheit bezieht sich nur auf die Schwangerschaften, bei denen die Methode versagt hat, obwohl diese völlig korrekt verwendet wurde. Bei der Anwendersicherheit werden auch Fehler, die bei den Studien gemacht wurden, mit einberechnet. Beispielsweise wird auch ein Kondom, das gar nicht verwendet wurde, sondern in der Schublade lag, miteinbezogen. Ist ein PI z.B. mit 1-5 angegeben, ist 1 die vom Hersteller angegebene Methodensicherheit und 5 die tatsächliche Anwendersicherheit (Quelle). Diese kann auch extrem von der Methodensicherheit abweichen, wenn die Sicherheit eines Verhütungsmittels stark vom Anwender abhängt (z.B. Kondom) bzw. weicht gar nicht ab, wenn der Anwender keinen Spielraum hat (z.B. Implanon).

Die Berechnung des sogenannten Pearl Index ist eigentlich ganz simpel: Je niedriger die Zahl im Pearl-Index, desto sicherer ist ein Verhütungsmittel.

(Quelle)

PIs der verschiedenen Verhütungsmethoden

Diese Zahlen gelten nur unter Vorbehalt, da sie gerade überprüft und ggf. korrigiert sowie mit Quellenbelegen versehen werden.

hormonelle Methoden
Mikropille: 0,2 – 2,0 (Quelle)
Minipille Cerazette: 0,2 – 2,0 (Quelle)
Minipille: 0,5-3 (Quelle)
Implanon: 0 – 0,08 (Quelle)
(Wie andere große Studien auch, schätzt eine große australische Studie von 2005 den Pearl Index auf ca. 0,1% (Quelle), wobei ein großer Teil der Versager auf einer fehlerhaften Einlage beruht!)
Nuvaring: 0,4 – 0,65 (Quelle)
Evra Pflaster: 0,72 – 0,9 (Quelle)
3-Monats-Spritze: 0,3 – 1,4 (Quelle)
Mirena (Hormonspirale): 0,16 (Quelle)
Pille Danach (keine dauerhafte Verhütung!): 1 – 30 (Quelle)
nichthormonelle Methoden
Kondom: 2 – 12 (Quelle)
Femidom: 5 – 25 (Quelle)
Diaphragma mit Gel (Milchsäure oder Nonoxyl-9): 1 – 20 (Quelle)
Portiokappe (in Kombination mit spermizidem Gel): 6 (Quelle)
Lea mit spermizidem Gel: 2 – 3 (Quelle)
Vorsicht: Angabe nur vom Hersteller! Unabhängige Studien zur Sicherheit von Lea contraceptivum liegen nicht vor. Wahrscheinlich liegt die Versagerrate höher!
Verhütungsschaum/Zäpfchen: 3 – 21 (Quelle)
Sympto-thermale Methode „sensiplan“ nach der NFP AG lt. Studien der Universitäten Düsseldorf und Heidelberg: 0,4 – 2,3 (Quelle)
Temperaturmethode: 0,8 – 3 (Quelle)
Knaus-Ogino (Kalendermethode): 15 – 30 (Quelle)
Billingsmethode: 15 – 25 (Quelle)
Persona: Versagerquote von 20% (Quelle)
Ladycomp: 4 – 10 (Quelle)
Coitus Interruptus: 10 – 30 (Quelle)
Sterilisation der Frau: 0,2 – 0,3 (Quelle)
Sterilisation des Mannes: 0,1 (Quelle)
Kupferspirale: 0,05 – 3 (Quelle)
Gynefix (Kupferkette): 0,1 – 0,5 (Quelle)
Keine Verhütung: 85 (Quelle)

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