Hormonelle Verhütung

Sie gehört zu dem, was seit den 1960er Jahren die sexuelle Revolution und die “freie Liebe” erst möglich gemacht hat. Die Zulassung der ersten Antibabypille im Sommer 1960 führte dazu, dass Sex nicht mehr zwangsläufig als Mittel zur Fortpflanzung angesehen wurde. Sex wurde zunehmend genossen, man selbst konnte bestimmen, ob man Kinder bekommen oder “einfach so” Sex haben wollte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vor der Entdeckung des HI-Virus und neuen Erkenntnissen über zum Teil schwere und potentiell tödliche sexuell übertragbare Krankheiten (STDs, “sexually transmitted diseases”), war es für Frauen selbstverständlich, dass sie auf hormonelle Verhütungsmethoden zurückgriff.

Aus diesem Grund wurde das Repertoire an hormoneller Verhütung für die Frau stets erweitert.

 

Mittlerweile stehen neben der klassischen, heute in den verschiedensten und weitaus niedrigeren Dosierungen erhältlichen Antibabypillen auch Pflaster, Implantate, Vaginalringe, Spiralen und Spritzen zur Verfügung, die alle das gleiche Konzept verfolgen.

 

Hormonelle Verhütung greift wie eine Fernsteuerung in die Hormonzentrale des Körpers ein. Sie trägt dazu bei, natürliche Vorgänge wie die Eireifung und alle daraus resultierenden Automatismen zu unterdrücken und so die Entstehung einer Schwangerschaft unmöglich zu machen. Insgesamt wirkt die hormonelle Verhütung dreifach, sodass sie zu den sichersten Verhütungsmitteln zählt, die auf dem Markt existieren.

 

Für viele Frauen bedeutet hormonelle Verhütung noch immer das, was sie schon in den 1960er Jahren bedeutet hat: sexuelle Befreiung, Sorglosigkeit, Intimität ohne Reue.

Ihre Vorteile sind…

  • zuverlässiger Schutz
  • unkomplizierte Anwendung
  • eigenverantwortliche Steuerung der Vorgänge im Körper, z. B. Zeitpunkt der Tage

 

Jedoch darf man die Nebenwirkungen der hormonellen Verhütung auch nicht aus den Augen verlieren.

  • Sie muss ärztlich verordnet werden, d. h. sie setzt eine gynäkologische Untersuchung voraus
  • Sie ist nicht immer ganz billig
  • Sie ist für Frauen mit gewissen gesundheitlichen Vorbelastungen (z. B. Thrombosen, Blutgerinnungsstörungen, Bluthochdruck, starkes Übergewicht…) und Lebensgewohnheiten (z. B. starke Raucherinnen…) nur bedingt geeignet
  • Sie kann ausschließlich von der Frau angewendet werden
  • Sie führt zu Veränderungen in den natürlichen Körperabläufen, was Nebenwirkungen hervorrufen kann (z. B. Veränderung der Blutung, Gewichtszu-/-abnahme, Stimmungsschwankungen, Migräne, Depressionen, Libidoverlust…)
  • Sie schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten!

 

Frauen, die sich für eine hormonelle Verhütung entscheiden, haben in der heutigen Zeit die Wahl zwischen vielen verschiedenen Methoden, um das am perfektesten für sie geeignete Mittel zu finden. Damit nicht unnötig lange gesucht werden muss, sollte man z. B. diese Seite hier nutzen, um sich ausgiebig zu informieren.

 

Zu bemerken sei am Schluss noch, dass Nebenwirkungen, die bei hormoneller Verhütung auftreten, sehr hartnäckig sein können. Oft erleben Frauen, die unter einer Form der hormonellen Verhütung mit Nebenwirkungen zu kämpfen hatten, auch bei anderen Hormonpräparaten keine Besserung.

Jedoch ist das keineswegs eine allgemein immer gültige Regel! Das vielleicht noch abschließend dazu gesagt:

Auch wenn hormonelle Verhütungsmittel vom Prinzip her bei jeder Frau gleich wirken, ist ihre Wirkung doch bei jeder Frau anders!

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